1860 Gründung der Sekundarschule Hinwil
Der Gedanke, dass Hinwil eine eigene
Sekundarschule haben sollte, muss die Männer, die
an der Spitze dieser Gemeinde standen, frühe
beschäftigt haben. In allen Baufragen zeigten sie sich sehr
zurückhaltend. Nur wenn Bubikon Anstrengungen machte, Schulort zu
werden, machten sie gleich große Offerten. Gegen Ende des Jahres 1857
traten einsichtige Männer in Hinwil zusammen, um zu beraten, wie man
hier eine eigene Sekundarschule gründen könne. Sie wählten eine
Kommission von drei Mitgliedern, welche die Sache fördern sollte.
Es waren die Herren Gerichtsschreiber Meili, Gemeindeammann Bachmann und
Pfarrvikar Grob. Diese erhielten von der
Erziehungsdirektion (Dr. Dubs) die
Auskunft, daß das neue Schulgesetz ihrem Vorhaben günstig sein werde,
indem es gestatte, die Zahl der Kreise auf 60 zu erhöhen. Nur müsse auch
Hinwil das Nötige tun, wenn es Erfolg haben wolle. Nun wurden
freiwillige Beiträge gezeichnet, die dem Opfersinn jener Tage ein
glänzendes Zeugnis ausstellen. Bald hatte man 636 Fr. fällig bei
Eröffnung der Schule, 2568 Fr. fällig im Lauf der 6 folgenden Jahre,
dazu 274.41 Fr., die von Soldaten zu einem andern Zwecke zusammengelegt
worden waren, und endlich den Anteil am Schulfond des bisherigen
Kreises. Hinwil verlangte 2400 Fr. Man bot ihm 2000 Fr. und mußte
schließlich nach regierungsrätlichem Entscheid 2725.82 Fr. zahlen, dazu
2 1/2, Jahreszinse à 4%,= 272.58 Fr. So konnte schon die 3. Rechnung
abgeschlossen werden mit einem liquiden Vermögen von 6377.81 Fr., nur
tausend Fr. weniger als die 4 Gemeinden in 26 Jahren zusammen gespart
hatten. An die Beheizung leistete das Dorf
Hinwil 65 Fr. Als Schulzimmer nahm man zuerst
das Arbeitsschulzimmer im Primarschulhaus
in Aussicht; aber die Oberbehörden erhoben Einsprache. Nun stellte die
Kirchgemeinde ihr Lokal, das früher der Primarschule gedient hatte, zur
Verfügung. Es ist 8 Meter lang, fast so breit und ordentlich hoch, 2 1/2 Meter. Lange Zeit hatte es die ganze Schuljugend von Hinwil,
Hadlikon, Unterholz und Erlosen-Bossikon aufgenommen, bis 120 Schüler.
Das Schulhaus war zu 800 Gulden versichert und ging - um 300 Gulden an
die Kirchgemeinde über. Diese stellte es dein Sekundarschulkreis
unentgeltlich zur Verfügung. Es ist die hintere Stube der heutigen
Wirtschaft zur „Linde". (Siehe Bild).
(Auszug aus der Festschrift 1911 Einweihung Sekundarschulhaus Hinwil)
